Stadtansicht von der Hansestadt Lübeckstadtansicht-Lübeck-3-2011.jpg

Foto :Uwe Derlin

 

Lübeck-Travemünde

ist ein Stadtteil der Hansestadt Lübeck in Schleswig-Holstein, der direkt an der Mündung der Trave in der Lübecker Bucht liegt. Zum Stadtteil im politischen Sinn gehören neben dem Stadtbezirk Alt-Travemünde / Rönnau, der im Sprachgebrauch häufig mit Travemünde gleichgesetzt wird, auch die Stadtbezirke Priwall, Brodten, Teutendorf und Ivendorf. Brodten, Teutendorf und Ivendorf sind kleine Dörfer. Teutendorf wurde erst 1934 eingemeindet!Geografie Lübeck-Travemünde liegt etwa 20 Kilometer entfernt vom Lübecker Zentrum. Der größte Teil des Stadtteils liegt westlich der Trave. Die an der Mündung in die Ostsee gelegene Halbinsel Priwall auf dem Ostufer gehört ebenfalls zu Travemünde.

Das Gebiet des Stadtteils ist 41,3 Quadratkilometer groß. 2004 lebten 13.902 Einwohner in Travemün­de, also 337 Einwohner je Quadratkilometer.

Die meisten Bewohner leben in den Stadtbezirken Alt-Travemünde / Rönnau. In den drei weiteren Dörfern, die zum Stadtteil gehören, leben nur jeweils zwischen 100 und 300 Einwohner. Im Gegensatz zur Statis­tik der Stadt Lübeck, die einen Bevölkerungs­verlust aufwies, nahm die Einwohnerzahl Travemündes von 1993 bis 2003 deutlich zu.

Geschichte

Travemünde wurde 1187 gegründet. Bereits mit dem Lübecker Reichsfreiheitsbrief von 1226 hatte sich die Stadt Lübeck von Kaiser Friedrich II. die entscheidenden Rechte an Travemünde zusichern lassen. Damals kam der Priwall zu Travemünde. 1329 ging Travemünde endgültig in den Besitz der Stadt Lübeck über. Travemünde war seit den Zeiten Heinrichs des Löwen stark befestigt, die Befestigungen wurden 1807 geschleift. 1872 wurde Travemünde durch das Ostsee­sturmhochwasser stark geschädigt, zahlreiche Häuser fielen den Fluten zum Opfer. Spuren der Sturmflut sind noch heute vereinzelt erkennbar. 1913 wurde die Stadt Travemünde nach Lübeck eingemeindet.

Politik

Travemünde hat einen informellen Ortsrat, der als Sprachrohr gegenüber der Verwaltung und Politik der Hansestadt Lübeck fungiert, aber keine eigenen Entscheidungsbefugnisse besitzt. Bei den Kom­munalwahlen 2003 erhielt die CDU 62,3 Prozent, die SPD 23,2 Prozent, die Grünen 6,8 Prozent, die FDP 4,2 Prozent und sonstige Parteien 2,0 Prozent.

Stadtplanung

Das ortsbildprägende Kurhaus-Hotel am Kalvarienberg wurde renoviert und umgebaut und anschließend als Arosa Ressort neu eröffnet. In seinem Inneren finden sich noch Ausstattungsmerkmale des einge­schossigen Vorgängerbaus, die 1820 im Stil des Klassizismus vom Innenarchitekten Joseph Christian Lillie geschaffen wurden.

Zwischen Kaiserallee und Steenkamp haben sich die Stadtplaner eine Pointe im Straßenbild erlaubt:

Die Straßen Backbord, Steuerbord, Mitt­schiffs und Achterdeck sind so angeordnet, dass der Straßen­verlauf das Bild eines Schiffs auf den Stadtplan zeichnet.

Dieses „Schiff“ im Stadt­plan hat sogar ein Fallreep, mit dem es an der Kaiserallee angelegt ist. Zu diesem Schiffsthema gehören außerdem die Straßen Im Beiboot, Am Heck, Godewind (guter Wind) und Leegerwall (von Lee, Windschattenseite).

Der Leuchtturm

 

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Natur

Zu Travemünde gehört auch das Brodtener Ufer, eine eindrucksvolle, bis zu 20 Meter hohe Steilküste von etwa 4 Kilometer Länge bis zum Nachbarort Niendorf, mit einem dahinter liegenden Golfplatz, der zu den Ältesten in Deutschland gehört. Im unmittelbaren Hinterland Travemündes, aber bereits im Kreis Ostholstein, liegt der Hemmels­dorfer See. Dieser See ist eine von der Ostsee abgeschnittene Förde, in der einstmals Napoleon einen geschützten Kriegshafen für sein Imperium anlegen lassen wollte.

Museen und Erinnerungsstätten

Links der Trave

Das Seebadmuseum Travemünde dokumentiert die Entwicklung Travemündes als Seebad, die Geschichte der Nutzung des Priwalls als Gelände zur Entwicklung von Seeflugzeugen (u. a. der Dornier) und als Werftstandort. Weiter werden die Aufnahme der Flüchtlingsströme des Zweiten Weltkriegs und die Situation an der ehemaligen Grenze zur DDR dargestellt.

Zwischen der Trave- und der Strandpromenade sind verschiedene Tonnen auf einer Wiese ausge­stellt, darunter eine Grenzmarkierungs­tonne der DDR.

Zwischen Strandpromenade und Maritim-Hotel ist ein historischer Propeller aufgestellt, der an die Geschichte des Priwalls als Seeflug­erprobungsstätte erinnern soll.

Neben dem Vereinsheim des Eisenbahner-Hochsee-Sportfischer-Vereins e.V. (EHSFV) steht die Sektion "a" des ehemaligen DRG- Triebwagens SVT 137 851 (Baureihe DRB 137 851 bis 858) der Bauart "Köln" (späterer VT 06 106 der DB). Die andere Sektion "b" und der Mittelwagen des ehemals dreiteiligen Schnelltriebwagens stehen passenderweise neben dem Vereinsheim der Angelsportfreunde in Konstanz.

Priwall

Ein schmaler Weg der alten Flughafen-Landebahn mit Betonplatten verläuft auf dem Priwall am Ende des Fliegerweges. [6]

Das Museum Ostseestation Priwall am Priwallhafen zeigt in mehreren Aquarien im Meer lebende Tiere von der Qualle bis zur Scholle. Auch das giftige Petermännchen gibt es zu sehen. Anhand von Gehäusen der Miesmuschel wird gezeigt, dass Muscheln in der salzhaltigen Nordsee größer werden als Muscheln in der Ostsee.

Schulen

  • Grundschule Steenkamp, Strandweg
  • Stadtschule Travemünde (Grund- und Hauptschule), Kirchenstraße
  • Realschule Travemünde, Steenkamp

Kirchen

  • evangelisch-lutherisch: St. Lorenz, Kirchenstraße
  • römisch-katholisch: St. Georg, Rose
  • sonstige Glaubensgemeinschaften: Neuapostolische Kirche, Moorredder

Quelle: Wikipedia